Zürich ist eine attraktive Stadt. Sechs Mal in Folge ging sie als Siegerin aus der bekannten Mercer-Studie hervor, die die Lebensqualität von 215 Städten weltweit vergleicht. Kein Wunder also, zieht es immer mehr Menschen an die Limmatstadt. Doch wie soll man in der neuen Umgebung Fuss fassen? Wo soll man hingehen, wenn man niemanden kennt und noch nichts von den Ausgangsmöglichkeiten weiss?
«Zurich Afterwork» bringt die Lösung für dieses Problem. Seit drei Monaten treffen sich die Mitglieder dieses Online-Netzwerks regelmässig zu After Work Events in Zürich. Und der Andrang ist riesig! ZAW erklärt im Gespräch mit 20minuten.ch das Geheimnis des Erfolgs von «Zurich Afterwork».
20minuten.ch: Die Deutschen bilden die grösste ausländische Bevölkerungsgruppe in Zürich, Sie selbst kommen auch aus Deutschland. Ist die Community «Zurich Afterwork» ein Netzwerk für Deutsche Singles, die Anschluss finden möchten?
Frank Von Düsterlho: Nein, auch wenn sich zunächst meist Deutsche zusammengefunden haben, richten wir uns heute an gleichgesinnte Zürcher, Singles und Paare, die gemeinsam ihre Freizeit verbringen wollen. Wir haben eine Vielzahl von Nationalitäten in unserer Community, denn schliesslich wollen wir nicht Nationalitäten, sondern Interessen zusammenführen und diese Message scheint anzukommen.
Wer meldet sich bei «Zurich Afterwork» an?
Viele unserer Mitglieder sind zwischen 30 und 40 Jahre alt . Feste Aufnahmekriterien gibt es nicht, ausser, dass es sich um Mitglieder handelt, die tatsächlich ihre Freizeit in Zürich verbringen und sich mit unseren Aktivitäten identifizieren können. Die meisten sind etabliert, haben sehr gute Jobs, in denen sie stark eingebunden sind. Gerade deswegen ist «Zurich Afterwork» ein Non-Business und Non-Commercial Netzwerk. Unsere Mitglieder honorieren die private Atmosphäre und wir achten auch darauf, dass die Community nicht kommerziell missbraucht wird.
Wie laufen Ihre Events in der Praxis ab?
Wir organisieren uns online und treffen uns offline. Alle vierzehn Tage besuchen wir jeweils an einem Donnerstag verschiedenen Locations in Zürich. Zusätzlich dazu findet einmal im Monat ein Brunch statt. Wir haben unterschiedliche Gruppen, bei denen die User eine Mitgliedschaft beantragen können. So wird eine gewisse Homogenität gewährleistet: Die Interessen und der berufliche Hintergrund der einzelnen Mitglieder in den Gruppen sind ähnlich gelagert. Damit ich abschätzen kann, wie viele Leute an einem Event teilnehmen, müssen sich die Gruppenmitglieder jeweils bei mir an- oder abmelden.
Und wie viele Leute sind bei solchen Events jeweils dabei?
Beim nächsten Sonntagsbrunch sind es zum Beispiel fast 100 Personen. An der Party von nächster Woche werden ca. 200 Personen teilnehmen. Es werden von Mal zu Mal mehr Mitglieder. Gegenwärtig sind es fast 1300, die bei «Zurich Afterwork» angemeldet sind.
Sie haben innerhalb von drei Monaten 1300 Mitglieder generiert. Werden Sie jetzt Mitgliederbeiträge verlangen?
Natürlich mache ich mir darüber Gedanken. Die Organisation der Events und Betreuung des Forums ist mit sehr viel Arbeit verbunden ist. Aus einem Freundschaftsdienst wurde eine unentgeltliche, professionelle Dienstleistung. Da muss man sich schon überlegen, wie die kleine Community zu einer neuen, grösseren Organisation werden kann, respektive wie die neuen Strukturen aussehen sollen.
Also wollen Sie «Zurich Afterwork» auf einer eigenen Homepage neu organisieren?
Wir habe bereits die Domain welche derzeit zur Xing.com Plattform führt. Auf Xing.com stimmt die Infrastruktur. Es ist ein sehr lebhaftes Forum. Es gibt dort sehr viele Mitglieder und spannende Beiträge. Das Bedürfnis, sich zu treffen und sich auszutauschen, ist riesig.
Warum ist dieses Bedürfnis so gross?
Die Leute von auswärts aber auch Einheimische finden offenbar nicht so leicht Anschluss im Privatleben oder sind offen für Neues. Viele sind in ihrer Arbeit so ausgelastet, dass sie keine Zeit haben, um sich in Zürich ein soziales Netz aufzubauen. Mit «Zurich Afterwork» können sie gemeinsam mit Gleichgesinnten neue Locations entdecken oder sie können sich untereinander zum Sport oder zu gemeinsamen Ausflügen verabreden. Dieses Wir-Gefühl ist auf der Plattform schnell gegeben. Man ist schon sehr vertraut miteinander, weil man sich im Netz bereits kennen gelernt hat.
Ist Zürich ein besonders hartes Pflaster, um neue Kontakte herzustellen?
Viele der Mitglieder behaupten das. Offensichtlich haben viele nur darauf gewartet, zusammen ausgehen zu können. Ich denke manchmal, was haben die denn vorher gemacht? Da muss offenbar ein riesiges Vakuum existiert haben, das wir mit «Zurich Afterwork» füllen konnten.
Haben sich bei «Zurich Afterwork» auch schon Paare gebildet?
Auch wenn «Zurich Afterwork» sicher keine Single-Plattform ist: Ja, es haben sich auch schon ein paar Paare gefunden.